Maritime Tradition und digitale Start-ups vernetzen

Kommentar von Frank Dreeke, Vizepräses der Handelskammer Bremen

Daten sind heute ein zentrales Wirtschaftsgut. Auch in der maritimen Wirtschaft fallen sie überall dort an, wo Menschen miteinander in Kontakt treten. Entlang der gesamten Lieferkette, vom Versender einer Ware bis zum Empfänger, werden viele Daten erzeugt und digital gesammelt. Derzeit bleiben diese oft noch ungenutzt. Für den Wettbewerb wird in Zukunft entscheidend sein, wer über die Daten verfügt, sie auswertet und hieraus neue Geschäftsmodelle entwickelt.
In jüngster Zeit versuchen verschiedene IT-Unternehmen mit digitalen Plattformen für Frachtenbörsen als neue Konkurrenten den Markt neu zu erobern. Doch warum anderen dieses Feld überlassen? Die maritime Wirtschaft im Nordwesten bietet schon längst mehr als nur Hardware und Service rund um den Transport von Gütern – sie bietet auch Lösungen für vernetzte Logistik.
Die Branche täte dennoch gut daran, weiteres Know-how von außen zu holen und gemeinsam neue Geschäftsmodelle auf der Basis digitaler Technologien zu entwickeln. Gründerzentren oder Inkubatoren könnten zu diesem Zweck maritime Traditionsunternehmen und digitale Start-ups zusammenbringen.
All das braucht Rückendeckung von der Politik. Deshalb engagieren wir uns im IHK Nord-Verbund bei der Nationalen Maritimen Konferenz in Hamburg. Digitale Transformation und Big Data sind große Zukunftsthemen. Auch im Nordwesten sorgt sie dafür, dass die Region einer der führenden maritimen Standorte der Welt bleibt.
© Frank Pusch
Frank Dreeke, Vizepräses der Handelskammer Bremen

Jeden Monat stellt die Handelskammer-Zeitschrift "Wirtschaft in Bremen und Bremerhaven" ein aktuelles Thema zur Diskussion. Den Kommentar finden Sie immer auch an dieser Stelle.